Professionelle Baumpflege

Baumpflege Bittner: Einblicke in anspruchsvolle Seilkletterarbeiten

Seilklettertechnik im Einsatz: Baumpflege Bittner arbeitet in Berlin auch an schwer zugänglichen Bäumen.
Seilklettertechnik im Einsatz: Baumpflege Bittner arbeitet in Berlin auch an schwer zugänglichen Bäumen.
© Baumpflege Bittner
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Freitag, 28. August 2026 09:51

Nicht jeder Baum lässt sich mit einer Hubarbeitsbühne erreichen. In engen Berliner Hinterhöfen, an Böschungen, entlang von Gleisanlagen oder zwischen Gebäuden bleibt oft nur der Weg über das Seil. Für die Baumpflege Bittner GmbH aus Berlin gehören solche Einsätze zum Arbeitsalltag. Dabei zeigt sich: Wer hoch oben in einer Baumkrone arbeitet, braucht weit mehr als Kraft und Schwindelfreiheit. Entscheidend sind Ausbildung, Planung und ein eingespieltes Team.

Wenn Maschinen nicht mehr weiterkommen

Rund 30 Festangestellte, je nach Saison, arbeiten bei der Baumpflege Bittner GmbH mit Betriebshof in der Motzener Straße im Berliner Süden. Viele Arbeiten können mit Hubarbeitsbühnen oder anderen Maschinen durchgeführt werden. Doch nicht jeder Standort ist dafür geeignet. Manchmal sind Zufahrten zu schmal, der Untergrund ist nicht ausreichend tragfähig oder Gebäude und Leitungen verhindern den Einsatz großer Geräte. Dann kommt die Seilklettertechnik, kurz SKT, zum Einsatz. Der Baumkletterer bewegt sich dabei gesichert am Seil durch die Krone und erreicht Stellen, an die kein Ausleger herankommt. In Berlin und Brandenburg betrifft das beispielsweise Bäume in Hinterhöfen, auf Friedhöfen, an Böschungen oder im Umfeld von Bahnstrecken. Was von unten mitunter spektakulär aussieht, folgt oben einem genau geplanten Ablauf.

Bevor geklettert wird, wird der Baum geprüft

Vor einem Einsatz steht zunächst die Frage: Ist der Baum überhaupt sicher genug, um darin zu arbeiten? Kletterer und Bodenmannschaft prüfen unter anderem die Stabilität der Krone, vorhandenes Totholz, Pilzbefall und mögliche Bruchstellen. Anschließend werden geeignete Anschlagpunkte für die Seile festgelegt und die Gefahrenbereiche am Boden abgesichert. Zur persönlichen Schutzausrüstung gehören unter anderem Klettergurt, Helm, Gehör- und Gesichtsschutz, Schnittschutzkleidung sowie geeignete Seile und Karabiner. Die Ausrüstung muss regelmäßig überprüft werden, die entsprechenden Prüfungen werden dokumentiert. Ebenso wichtig ist die Rettungsplanung. Für den Fall, dass ein Kletterer in der Baumkrone verletzt wird oder sich nicht mehr selbst abseilen kann, muss eine Rettung vorbereitet sein. Bei Arbeiten mit Seilklettertechnik gehört deshalb auch entsprechend ausgebildetes Personal am Boden zum Sicherheitskonzept. Baumpflege Bittner führt nach eigenen Angaben ein geprüftes Arbeitsschutz-Management-System. Solche festen Abläufe sollen dafür sorgen, dass Sicherheitsfragen nicht erst während des Einsatzes geklärt werden.

Baumklettern ist Teamarbeit

Wer einen Kletterer hoch oben in der Krone sieht, könnte meinen, dort arbeite vor allem ein Einzelkämpfer. In der Praxis ist das Gegenteil der Fall. Die Bodenmannschaft behält den abgesperrten Bereich im Blick, führt Seile und unterstützt beim kontrollierten Ablassen von Ästen und Stammteilen. Besonders anspruchsvoll wird es, wenn schwere Kronenteile nicht einfach zu Boden fallen dürfen. Über Seile und Umlenkrollen können einzelne Stücke kontrolliert abgelassen werden. Dabei müssen Kletterer und Bodenmannschaft genau aufeinander abgestimmt sein – vor allem dann, wenn sich unter dem Baum Gebäude, Wege, Zäune oder andere sensible Bereiche befinden. Timo Bittner, Geschäftsführer des Unternehmens, ist selbst unter anderem SKT-B-Kletterer, European Tree Worker und Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung. Für ihn gehört zur Sicherheit auch, dass Mitarbeiter Zweifel an einem Anschlagpunkt oder an einem geplanten Arbeitsschritt offen ansprechen können. Gerade bei Arbeiten in großer Höhe kann eine solche Rückmeldung entscheidend sein.

Spezialfällungen: Wenn ein Baum Stück für Stück verschwindet

Besonders aufwendig sind sogenannte Spezialbaumfällungen. Sie werden notwendig, wenn ein Baum zwar gefällt werden muss, aber nicht als Ganzes zu Boden gebracht werden kann. Das kann beispielsweise in dicht bebauten Wohngebieten der Fall sein. Gibt es rund um den Stamm kaum freie Fläche, wird der Baum von oben nach unten in einzelnen Abschnitten zurückgebaut. Äste und Stammstücke werden dabei je nach Situation kontrolliert abgeseilt. Nach Angaben von Geschäftsführer Timo Bittner übernimmt das Unternehmen auch technisch schwierige Projekte, für die zuvor andere Lösungen geprüft oder Einsätze von anderen Betrieben abgelehnt wurden. Intern beschreibt Bittner diesen Anspruch mit dem Satz: „Wer, wenn nicht wir!“ Eine Rolle spielen solche Verfahren auch nach Unwettern. Hängen beschädigte Äste über Straßen, Wegen oder Gebäuden, kann schnelles Handeln notwendig werden. Auch dann entscheidet zunächst die Beurteilung vor Ort darüber, wie der betreffende Baum sicher bearbeitet werden kann. Zum Einsatz gehört anschließend nicht nur die Arbeit in der Krone. Schnittgut und Stammteile müssen ebenfalls beseitigt und abtransportiert werden. Ein Teil des anfallenden Holzmaterials wird von Baumpflege Bittner nach Unternehmensangaben energetisch in einem eigenen Holzkraftwerk verwertet.

Baumpflege verlangt mehr als den Umgang mit der Motorsäge

Das Bild des Baumpflegers wird häufig von Motorsägen, großen Maschinen und körperlicher Arbeit geprägt. Tatsächlich gehören zahlreiche Fachkenntnisse zum Beruf. Baumpfleger beschäftigen sich mit Baumbiologie, Schnitttechniken, Statik und Artenschutz. Hinzu kommen Qualifikationen für das Klettern, Fällarbeiten sowie Erste-Hilfe- und Rettungstrainings. Baumpflege Bittner war 2026 auch bei den Deutschen Baumpflegetagen in Augsburg als Aussteller vertreten. Die Fachveranstaltung bringt Unternehmen, Experten und Fachkräfte aus der Baumpflege zusammen und beschäftigt sich unter anderem mit neuen Erkenntnissen, Arbeitstechniken und Qualifikation. Für private Grundstückseigentümer, Hausverwaltungen oder Kommunen stellt sich dennoch eine einfache Frage: Woran lässt sich ein qualifizierter Baumpflegebetrieb erkennen? Ein Blick auf nachweisbare Fachqualifikationen, Versicherungsschutz und geeignete Schutzausrüstung kann erste Hinweise geben. Bei Arbeiten mit Seilklettertechnik sollte außerdem erkennbar sein, dass nicht nur der Kletterer selbst, sondern ein entsprechend vorbereitetes Team zum Einsatz gehört. Denn gerade in schwer zugänglichen Baumkronen entscheidet nicht der spektakulärste Aufstieg über eine professionelle Baumpflege – sondern die Vorbereitung darauf.

Weitere Informationen zu Seilkletterarbeiten, Baumkontrollen und Baumfällungen in Berlin und Brandenburg gibt es unter www.bittner-berlin.de.

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