Digitale Berufe für Quereinsteiger

Digitale Skills für meinen Persönlichkeitstyp: Michael Strauss erklärt

Michael Strauss über digitale Fähigkeiten, Persönlichkeitstest und Karrierechancen für Quereinsteiger im digitalen Vertrieb.
Michael Strauss über digitale Fähigkeiten, Persönlichkeitstest und Karrierechancen für Quereinsteiger im digitalen Vertrieb.
© Michael Strauss
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Freitag, 21. August 2026 16:52

Wer heute nach einer neuen beruflichen Perspektive sucht, stößt schnell auf eine unübersichtliche Menge an Versprechen: Videoschnitt, Vertrieb, Werbeanzeigen, Community-Management. Der aus Österreich stammende Unternehmer Michael Strauss hält die Reihenfolge dieser Suche für falsch gewählt. Nicht die Frage, welche digitale Fähigkeit gerade Konjunktur habe, sei entscheidend, sondern welche zur eigenen Persönlichkeit, zum Zeitbudget und zu den finanziellen Zielen passe. Seit 2018 arbeitet er mit Menschen, die genau an diesem Punkt stehen – und beobachtet dabei ein wiederkehrendes Muster.

Michael Strauss: Warum die richtige Fähigkeit den Erfolg entscheidet

Die meisten Interessenten, die sich an Michael Strauss wenden, haben bereits eine Vorstellung davon, womit sie Geld verdienen möchten. Meist stammt diese Vorstellung aus einem Video, das ein bestimmtes Modell besonders attraktiv dargestellt hat. Genau hier setzt seine Kritik an: Wer eine Fähigkeit allein deshalb wählt, weil sie in einem Feed prominent aufgetaucht ist, entscheidet auf Basis von Marketing und nicht auf Basis der eigenen Voraussetzungen. Aus seiner Erfahrung scheitern Einsteiger seltener am fachlichen Anspruch als daran, dass die gewählte Tätigkeit ihnen dauerhaft widerstrebt. Eine neue Fähigkeit zu erlernen bedeutet nach seiner Beobachtung Monate an Wiederholung – und diese Monate übersteht kaum jemand, der jeden Arbeitsschritt als Zumutung empfindet.

Persönlichkeitstest: Welche digitalen Fähigkeiten zu dir passen

Michael Strauss unterscheidet dabei nicht zwischen begabten und unbegabten Menschen, sondern zwischen unterschiedlichen Arbeitsweisen. Wer Gespräche als Energiequelle erlebt, direkte Rückmeldung braucht und Widerspruch aushält, ist im digitalen Vertrieb oder in der Beratung erfahrungsgemäß besser aufgestellt. Wer dagegen konzentriert allein arbeitet, gern analysiert, Strukturen sucht und Ergebnisse lieber an Zahlen als an Reaktionen misst, findet im Marketing, in der Content-Produktion oder in operativen Aufgaben eine passendere Umgebung. Um diese Selbsteinschätzung zu erleichtern, hat er einen kostenlosen Persönlichkeitstest entwickelt, der Interessenten in wenigen Minuten eine erste Orientierung geben soll. Die vier dort beschriebenen Rollen, Marketer, Chatter, Vorqualifizierer und Berater, versteht er ausdrücklich als Beispiele, nicht als abschließende Ordnung der digitalen Berufe.

Digitale Berufe: Vier Kriterien für Quereinsteiger im Vergleich

Neben der Persönlichkeit nennt Michael Strauss drei weitere Größen, die in der Praxis häufig unterschätzt werden. Erstens das reale Zeitbudget: Wer nach einer Vollzeitstelle und mit Familie zehn Stunden pro Woche aufbringen kann, braucht einen anderen Fahrplan als jemand mit dreißig freien Stunden. Zweitens die Vorkenntnisse: Ein Sachbearbeiter mit Erfahrung in der Kundenkommunikation startet an einer anderen Stelle als eine Fachkraft aus der Produktion. Drittens das finanzielle Ziel, das er für den am stärksten unterschätzten Faktor hält: Wer 500 Euro monatlich zusätzlich anstrebt, verfolgt einen anderen Weg als jemand, der eine Vollzeitalternative aufbauen will. Erst wenn diese vier Punkte geklärt sind, hält er eine Entscheidung für belastbar.

Karrierechancen im digitalen Vertrieb: Worauf Unternehmen achten

Eine Fähigkeit, die zur Persönlichkeit passt, aber niemanden interessiert, bleibt ein Hobby. Diesen zweiten Prüfstein betont Michael Strauss ebenso deutlich wie den ersten. Mittelständische Unternehmen, mit denen er im B2B-Bereich zusammenarbeitet, suchen Unterstützung in Marketing, Kundenkommunikation, Vorqualifizierung und Vertrieb. Bereiche, in denen intern häufig Kapazität fehlt. Daraus ergeben sich Karrierechancen für Quereinsteiger, die eine klar umrissene Leistung anbieten können, statt sich als Allrounder zu präsentieren. Seine Faustregel dazu ist deutlich: Wer nicht in einem Satz erklären kann, welches Problem er für ein Unternehmen löst, hat noch keine monetarisierbare Fähigkeit, sondern ein Interessengebiet. Die Schnittmenge aus persönlicher Eignung und tatsächlichem Bedarf ist für ihn der einzig sinnvolle Ausgangspunkt.

Michael Strauss über Rückschläge und die Grenzen des Modells

Seine Sicht speist sich aus einem eigenen Werdegang, der ungewöhnlich viele Brüche enthält. Nach der Lehre als Elektriker, abgeschlossen mit 18 Jahren, stieg er 2016 nebenberuflich in den Strukturvertrieb ein und erreichte Ende 2017 über Krypto-Investments erstmals ein Millionenvermögen, welches wenige Wochen später beim Markteinbruch nahezu vollständig verloren ging. 2018 folgte die erste Agentur, 2021 nach dem Umzug nach Dubai der zweite Totalverlust durch Fehlentscheidungen und Investments, samt vorübergehender Rückkehr in das Elternhaus in Österreich. Geblieben sei ihm beide Male dasselbe: das Können, mit dem er zuvor aufgebaut hatte. Gleichzeitig widerspricht er den Erwartungen, die Teile seiner Branche wecken: Fünfstellige Einkommen entstehen aus seiner Sicht nicht innerhalb weniger Wochen, und für Menschen ohne Bereitschaft zu Disziplin und Eigenverantwortung funktioniert kein Ausbildungsmodell, auch nicht das eigene.

Wer wissen möchte, welcher digitale Skill zum eigenen Typ passt, findet den kostenlosen Schnelltest unter www.business-schnelltest.de.

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